Interview mit Nikolai Valuev am 16.12.2008

 
 
Team-Valuev: Hallo Nikolai Valuev!
Nikolai: Guten Abend (in gutem deutsch)

 

Team-Valuev: Die erste Frage ist natürlich: Wie fühlen Sie sich momentan vor dem großen Kampf?

Nikolai: Phantastisch. Die Trainingszeit ist glücklicherweise verletzungsfrei und sehr positiv verlaufen. Ich bin zufrieden und bin bereit für den Kampf.

 
 

Team-Valuev: Wie ist das Training, wie lange trainieren Sie jetzt in Zürich?

Nikolai: Mein Trainer und ich sind am vergangenen Sonntag in Zürich angekommen und heute ist mein erster Trainingstag in einem Boxstudio in Zürich selbst. Natürlich trainiere ich schon länger für diesen Kampf, vorher in Russland, Japan und dann in Deutschland.  Ich habe mittlerweile über 90 Sparringsrunden hinter mir.

 
 

Team-Valuev: Ist es Ihr erster Besuch in der Schweiz, konnten Sie schon etwas von dem Land sehen?

Nikolai: Nein, ich bin schon zum zweiten Mal in der Schweiz, ich war schon einmal in Basel ebenfalls für einen Kampf hier. Damals konnte ich den Fight gegen meinen Kontrahent Jameel McCline mit einem TKO für mich entscheiden. Man kann also sagen ich habe in der Schweiz eine tolle Kampfbilanz (lacht), dies spricht für Zürich als Austragungsort. Leider kann ich von dem Land selbst nicht viel sehen, da  meine gesamte Konzentration dem Kampf gewidmet ist. Ich muss jedoch sagen, dass mir die Umgebung, welche ich wahrnehmen konnte, sehr zusagt. 

 
 

Team-Valuev: Ist der Wechsel des Trainingsortes eine große Veränderung?

Nikolai: Nicht wirklich. Training ist Training, unabhängig von dem Ort, an dem es durchgeführt wird.

 

Team-Valuev: Selbstverständlich muss man sich auf jeden Gegner neu einstellen, wie ist es bei dem kommenden Herausforderer Evander Holyfield? Wie lange hatten Sie Zeit sich auf Ihn einzustellen?

Nikolai: Selbstverständlich, jeder Boxer hat seine Individualität, obwohl jeder den gleichen Sport ausübt. Den genauen Zeitpunkt kann ich nicht sagen, an dem ich mich speziell auf Holyfield eingestellt habe. Man fängt eigentlich schon direkt mit einer detailierten Ausrichtung an, sobald Jemand als möglicher Gegner in Frage kommt.

 

Team-Valuev: Man spricht ja immer von sogenannten „bequemen“ bzw. „unbequemen“ Boxern, wie würden Sie Evander Holyfield einstufen?

Nikolai: Holyfield ist Rechtsausleger und ein klassischer Boxer. Ob er „bequem“ oder „unbequem“ sein sollte wird sich dann am 20.12.2008 im Ring herausstellen.

 

Team-Valuev: Evander Holyfield ist jetzt 46 Jahre alt, viele Medien bezeichnen ihn als „Box-Opa“ und er sollte sich diesen Kampf schon aus rein gesundheitlichen Gründen nicht antun. Wie sehen Sie diese Situation?

Nikolai: Evander Holyfield ist ein erfahrener Profisportler und sollte trotz seines Alters nicht unterschätzt werden. Man hat George Foreman ebenfalls sozusagen ausgelacht, als er damals mit 45 Jahren um einen Weltmeistertitel boxen wollte. Als er jedoch gewonnen hatte, hatte er Geschichte geschrieben.

 

Team-Valuev: Wie sieht Ihre Prognose für den kommenden Kampf am 20.12.2008 aus?

Nikolai: Ich werde gewinnen.

 

Team-Valuev: Wird es ein Sieg durch Knock-Out sein?

Nikolai: Sollte ich die Gelegenheit haben, werde ich diese auch nutzen. Ich werde ja schlecht darauf warten, bis er von sich aus beschließt zu Boden zu gehen. Da bräuchte man ja gar nicht in den Ring steigen (lacht).

 

Team-Valuev: Nach dem Kampf steht ja auch schon Weihnachten vor der Tür. Werden Sie uns sagen wie und wo Sie die kommenden Feiertage verbringen werden? Wie feiert ein Schwergewichtsboxweltmeister?

Nikolai: Ich werde die Feiertage in St. Petersburg mit meiner Familie verbringen. Ein Weltmeister ist trotz Gürtel ein normaler Mensch und feiert wie jeder andere auch Weihnachten. Ich bin außerdem sehr glücklich, unbeschwert mit meiner Familie die Festtage zu verbringen. Es kommt nämlich schon mal vor, dass man gerade in den Vorbereitungen für einen Kampf steckt und dementsprechend zeitlich eingeschränkt ist für die Familie.

 

Team-Valuev: K riegen Sie dann auch größere Geschenke, wenn ich Sie wäre, würde ich darauf bestehen?

Nikolai: (lacht) Schauen Sie sich doch die momentane Wirtschaftslage an, wir stecken in einer Krise, da fallen die Geschenke klein aus.

 

Team-Valuev: Welche Vorsätze haben Sie für das nächste Jahr? Vielleicht ein weiterer Gürtel zu Weihnachten im nächsten Jahr? Gibt es eigentlich schon konkrete Pläne für weitere Kämpfe in 2009 oder ist es noch zu früh darüber zu denken?

Nikolai: Natürlich möchte ich einen weiteren Gürtel, deswegen wird mein Ziel, die Klitschko Brüder sein.

 

Team-Valuev: Vitali oder Wladimir?

Nikolai: Sie haben Beide einen Gürtel. Es spielt für mich keine besondere Rolle, wer von den Beiden mein Gegner sein sollte.

 

Team-Valuev: Eine Frage zum Schluss. Wie beurteilen Sie das Verhalten des Briten David Haye, welcher zu Vitali Klitschko meinte, er würde seinen Bruder Wladimir umbringen? Er soll Vitali dabei eine Bildmontage aus einem Magazin gezeigt haben, welche den Briten mit dem abgeschlagenen Kopf von Wladimir Klitschko in Haye´s Händen darstellt.

Nikolai: Dieses Benehmen ist für mich geschmacklos und gehört nicht in den professionellen Boxsport. Solche Menschen schädigen den Ruf des Boxens. Man sollte sich dementsprechend wie ein Profi verhalten. 

 

Team-Valuev: Vielen Dank Nikolai Valuev, wir wünschen Ihnen alles Gute für den kommenden Kampf, ein frohes Fest mit ihrer Familie und ein frohes neues Jahr. 

Nikolai: Ich danke Ihnen auch. Außerdem wünsche Ihnen und allen Menschen ein frohes Fest.
 
 
Team-Valuev